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Die Urteilseite bei „schimmelpilz-sanieren.de“ – Teil 17
Stichwort:       Miese Wohnung und dann noch Schimmelpilzbefall
und:               AG Köln, Urteil vom 19. 1. 1988 – 208 C 147/87

Aus WM 10/1988, S. 359:

AG Köln, Urteil vom 19. 1. 1988 – 208 C 147/87

§ 537 BGB

(Leitsatz):
Läßt die Ausstattung der unzureichend wärmegedämmten Mietwohnung (hier: ohne Zentralheizung) nur eine eingeschränkte Beheizung zu, sind durch Beheizung vermeidbare Feuchtigkeitsschäden nicht erwiesen.

A u s  d e n  G r ü n d e n :

Die aufgetretene Feuchtigkeit an den Wänden ist sowohl durch Fotos belegt, zwischen den Parteien unstreitig und auch von dem Sachverständigen festgestellt worden. Das Gutachten des Sachverständigen hat nicht ergeben, daß die auftretende Feuchtigkeit von der Beklagten zu vertreten wäre. Der Sachverständige führt aus, dass die Feuchtigkeitsschäden im Zusammenwirken von ungenügender Wärmedämmung mit unzulänglichem Heizen und Lüften entstanden seien. Die Betonteile seien nach außen nicht wärmegedämmt, was zu Kältebrücken führe. An diesen kondensiere die Feuchtluft der Wohnräume, was bei längerer Einwirkung zu Schimmelbildung führe. Der Hinweis des Beklagten, daß die aufgetretenen von den Beklagten gerügten und zur Minderung herangezogenen Schäden von diesen zu vertreten wären. Die Wohnung ist nämlich von den Klägern an die Beklagten ohne zentrale Heizung vermietet worden. Die Beklagten haben in der Wohnung nur die Möglichkeit der Beheizung mit einem Ölofen im Wohnzimmer, dagegen ohne Beheizung in der Küche und nur der Beheizung des Schlafzimmers, des Kinderzimmers, und das Bades mit elektrischen Heizlüftern. Die Ausstattung der Wohnung in Verbindung mit der unzureichenden Wärmedämmung ist somit im wesentlichen ursächlich dafür, daß die natürliche beim Bewohnen von Räumen entstehende Feuchtigkeit sich als Kondensat an den kalten nicht wärmegedämmten Außenwänden, insbesondere den Ecken, niederschlägt.

Schließlich ist eine Durchfeuchtung der Decke des Badezimmers nach den Feststellungen des Sachverständigen auf Undichtigkeiten der Sitzbadewanne der Wohnung im Dachgeschoß zurückzuführen. Durch diese dringt Badewasser nach unten in die Decke des Bades der Beklagten.

Nach alledem sind die Kläger angesichts der unstreitigen und belegten Feuchtigkeitsschäden und Schimmelpilzbildungen beweispflichtig dafür geblieben, dass solches von den Beklagten verursacht worden ist. Es ist nicht dargetan, daß bei ausreichender Wärmedämmung, bei ausreichenden Beheizungsmöglichkeiten und bei Behebung der Undichtigkeit der Sitzbadewanne des Dachgeschosses dennoch wegen unzulänglicher Heizungs- und Lüftungsgewohnheiten der Beklagten die unstreitig feststehenden Schäden aufgetreten würden.

Mitgeteilt von RA Holtschoppen, Köln“

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