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Die Urteilseite bei „schimmelpilz-sanieren.de“ – Teil 1 – 4

Stichwort:       Ein nicht aussagefähiges Urteil zu Wohnverhalten
und:               AG Rheine, Urteil vom 20. 7. 1988 – 3 C 431/87

Aus: WM 9/1988, S. 302:

„AG Rheine, Urteil vom 20. 7. 1988 – 3 C 431/87

§§ 535, 536 BGB

(Leitsatz):

Ist die Mietsache eine Altbauwohnung, ist der Vermieter zur Erhaltung des vertragsgemäßen Zustandes mit besonderer Sorgfalt verpflichtet, und der Mieter muß sein Wohnverhalten auf die Bauweise des Hauses einstellen.

A u s  d e n  G r ü n d e n :

Entgegen der vom Kläger vertretenen Auffassung ist die Mietwohnung der Beklagten mit Mängeln behaftet, die in ihrer Gesamtheit nicht nur als unerheblich gewertet werden können. Es trifft zwar zu, daß die Beklagten in einen Altbau gezogen sind, von dem sie wissen mußten, und auch wußten, dass dieses Haus nicht dem neuesten Stand der Bautechnik entsprechen und aus heutiger Sicht nicht hinreichend isoliert sein konnte. Auf der anderen Seite ist der Vermieter aber auch bei Altbauten verpflichtet, dem Mieter eine Wohnung zu überlassen, die für den gewöhnlichen Gebrauch geeignet ist. Das bedeutet, daß auch Altbauwohnungen nicht mit Feuchtigkeitsschäden und Baumängeln behaftet sein dürfen. Deshalb sind gerade Vermieter von Altbauwohnungen verpflichtet, alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, die vermietete Wohnung mit besonderer Sorgfalt in einem vertragsgemäßen Zustand zu erhalten, um die ohnehin bestehenden bautechnischen Nachteile solcher Altbauwohnungen durch mangelnde Instandhaltung nicht noch zu verstärken. Solche behebbaren Mängel waren aber nach dem Gutachten des Sachverständigen vorhanden. . .

Das Gericht schätzt den Minderwert der Wohnung infolge der festgestellten Bauschäden auf 5%. Auch die Summe der optischen Mängel und der Ursachen für das Entstehen zusätzlicher Feuchtigkeit in der Wohnung rechtfertigen keinen höheren Minderwert. Die Feuchtigkeitsschäden sind zum überwiegenden Teil auf das Wohnverhalten der Beklagten zurückzuführen. Wie der Sachverständige zutreffend ausgeführt hat, ist bei der Bauweise des alten Hauses bei erhöhtem Feuchtigkeitsgehalt in der Luft ein Kondensatausfall selbst bei übermäßigem Heizen und Lüften kaum zu vermieden. Darauf hätten sich die Beklagten einstellen müssen. Sie hätten deshalb darauf verzichten müssen, in dem Wohn- sowie dem Arbeits- und Esszimmer insgesamt 19 Pflanzen und 1 Aquarium aufzustellen, was die Feuchtigkeit in den Raumluft deutlich erhöht hat und es vor allem deshalb zu den Feuchtigkeitsschäden an den Wänden gekommen ist.“

(Kein Mitteiler)

Kommentar: Leider kann der Kommentator keine Fakten erkennen, die ein solches Urteil rechtfertigen. Insofern werden hier ein paar Vermutungen angestellt. Zunächst muß die Frage erörtert werden, um welche Art des Altbaus es sich handelt. Sofern einer z.B. aus den Jahren 1890 – 1920 gemeint ist, ob Hamburg, Berlin, München, Stuttgart oder anderen Städten, die hohe Räume (bis ca. 4,20) innehaben und zuvorderst normale Außenwände – 37,5 cm / 49 cm – vielleicht auch noch Kastendoppelfenster, dann wird kein vernünftiger Mieter diese austauschen und auch keine Wärmeisolierung mit Polystyrolplatten verlangen. [Die Gründe dazu finden sie u.a. in OLG Düsseldorf und anderen hier auf der Seite.] Nicht nur, dass solche Räume ein sehr gutes Wohnklima innehaben, können auch viele Pflanzen untergebracht werden, ohne dass die Luftfeuchte sich schädlich auswirkt. Sofern es sich jedoch um Altbauten nach dem 2. Weltkrieg handelt, insbesondere solche bis ca. 1965, mit teilweise nur 27 cm Außenmauerwerk, ist diese jedoch bedenklich. Hier kann dem Gericht gefolgt werden, dass eine Reduzierung der Pflanzen notwendig ist. Aber es kann davon ausgegangen werden, dass auch diese Maßnahme nicht ausreicht, sondern hier ein Mangel trotzdem vorliegt. Insofern ist dieses Urteil nicht geeignet, um Schlüsse aus den Begründungen zu ziehen.

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