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Die Urteilseite bei „schimmelpilz-sanieren.de“ – Teil 0 – 8

Stichwort        Altbauten – warum werden keine genauen Angaben gemacht!
und:               AG Rheine, Urteil vom 10. 7. 1988 – 3 C 431/87

Aus WM 9/1988, S. 302:

"AG Rheine, Urteil vom 20. 7. 1988 – 3 C 431/87

§§ 535, 536 BGB

(Leitsatz):

Ist die Mietsache eine Altbauwohnung, ist der Vermieter zur Erhaltung des vertragsgemäßen Zustandes mit besonderer Sorgfalt verpflichtet, und der Mieter muß sein Wohnverhalten auf die Bauweise des Hauses einstellen.

A u s  d e n  G r ü n d e n :

Entgegen der vom Kläger vertretenen Auffassung ist die Mietwohnung der Beklagten mit Mängeln behaftet, die in ihrer Gesamtheit nicht nur als unerheblich gewertet werden können. Es trifft zwar zu, daß die Beklagten in einen Altbau gezogen sind, von dem sie wissen mussten und auch wussten, dass dieses Haus nicht dem neuesten Stand der Bautechnik entsprechen und aus heutiger Sicht nicht hinreichend isoliert sein konnte. Auf der anderen Seite ist der Vermieter aber auch bei Altbauten verpflichtet, dem Mieter eine Wohnung zu überlassen, die für den gewöhnlichen Gebrauch geeignet ist. Das bedeutet, dass auch Altbauwohnungen nicht mit Feuchtigkeitschäden und Baumängeln behaftet ein dürfen. Deshalb sind gerade Vermieter von Altbauwohnungen verpflichtet, alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, die vermietete Wohnung mit besonderer Sorgfalt in einem vertrags-mäßigen Zustand zu erhalten, um die ohnehin bestehenden bautechnischen Nachteile solcher Altbauwohnungen durch mangelnde Instandhaltung nicht noch zu verstärken. Solche behebbaren Mängel waren aber nach dem Gutachten des Sachverständigen vorhanden . . .

Das Gericht schätzt den Minderwert der Wohnung infolge der festgestellten Bauschäden auf 5%. Auch die Summe der optischen Mängel und der Ursachen für das Entstehen zusätzlicher Feuchtigkeit in der Wohnung rechtfertigen keinen höheren Minderwert. Die Feuchtigkeitsschäden sind zum überwiegenden Teil auf das Wohnverhalten der Beklagten zurückzuführen. Wie der Sachverständige zutreffend ausgeführt hat, ist bei der Bauweise des alten Hauses bei erhöhtem Feuchtigkeitsgehalt der Luft ein Kondensatausfall selbst bei übermäßigem Heizen und Lüften kaum zu vermieden. Darauf hätten sich die Beklagten einstellen müssen. Sie hätten deshalb darauf müssen, in dem Wohn- sowie dem Arbeits- und Esszimmer insgesamt 19 Pflanzen und 1 Aquarium aufzustellen, was die Feuchtigkeit in der Raumluft deutlich erhöht hat und es vor allem deshalb zu den Feuchtigkeitsschäden an den Wänden gekommen ist.“

(Kein Mitteiler)

Kommentar: Auch in diesem Bericht der WM zu genanntem Urteil fehlen wesentliche Angaben zu den äußeren Umständen; so insbesondere wann dieser Altbau entstanden ist, welches Mauerwerk – auch die Stärke -, sind Isofenster eingebaut worden oder sind noch die alten Doppelkastenfenster vorhanden, wurde eine Isolierung an den Außenwänden angebracht usw. usw.

Wer in einem alten MFH (vor 1920) wohnt, wird dieses kaum verlassen wollen, weil das Wohnen in solchen alten Gebäuden hervorragend ist. Im Sommer kühler als andere Wohnungen und im Winter braucht oft erst im Oktober geheizt werden. Ach ja, die Außenwände betragen mindestens 37,5 cm oder aber auch 49 cm – eine  hohe Wärmespeicherung ist gegeben. Hier eine Isolierung anzubringen ist der „Tod des Hauses“.

Eine Aussage des Gerichts zum heutigen Stand der Bautechnik vorzunehmen, insbesondere zur unzureichenden Isolierung des Hauses, wird der Problematik nicht gerecht. Vielmehr sind in diesem Fall die Besonderheiten, nämlich übermäßig viel Pflanzen und 1 Aquarium, nicht genauer dargestellt worden. Denn in Altbauten mit 3,20 m Deckenhöhe (oder mehr) spielt dies eine untergeordnete Rolle, insbesondere dann, wenn (die nicht ganz dirchtschließenden ) Doppelkastenfenster und einfachverglaste Fenster (Küche und Bad) noch im Bestand sind.


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