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Wohnverhalten nach den baulichen Verhältnissen richten (§§ 536, 537, 542)

Aus WM 1/1985, S. 23
LG Stade, Urteil vom 21. 6. 1983 – 3 S 22/83
zu §§ 536, 537, 542 BGB

Leitsatz:
„Ist die Hauptursache für Feuchtigkeitsschäden in der Beschaffenheit des Bauwerks zu finden, trifft den Mieter ein Mitverschulden nur dann, wenn ihm mitgeteilt wurde, dass er sein Wohnverhalten nach den baulichen Verhältnissen des Hauses richten müsste.“

Aus den Gründen:

Ein Kündigungsrecht des Beklagten war auch nicht ausgeschlossen. Die Mängel hatte der Mieter nur in geringem Maße zu vertreten. Der Sachverständige ha in seinem Gutachten festgestellt, dass noch restliche Baufeuchte in dem Haus vorhanden war. Ferner sind in dem Haus Wärmebrücken entstanden mit Tauwasserbildung. Nach dem Gutachten kann auch aufsteigende Feuchtigkeit nicht ausgeschlossen werden. Der Sachverständige kommt zu dem Ergebnis, dass die Wohngewohnheiten des Beklagten die Durchfeuchtungen in geringem Maße begünstigt haben. Der Beklagte hat anscheinend falsch gelüftet (durch „Ankippen der Fenster“) und womöglich auch falsch geheizt. Die Hauptursache für die Durchfeuchtungen ist aber eindeutig in der Bildung von Wärmebrücken und dadurch entstehendem Tauwasser zu sehen, sowie in noch vorhandener Baufeuchte. Diesem überzeugenden Gutachten schließt sich die Kammer an.

Den Beklagten trifft auch kein Mitverschulden. Zwar hat der Beklagte nicht richtig gelüftet, indem er die Fenster offensichtlich angekippt hat. Bei den vorliegenden Bauverhältnissen in dem Haus war diese Art der Lüftung schädlich. Dies ist dem Beklagten aber nicht anzulasten. Es ist unzumutbar, wenn der Mieter seine Wohngewohnheiten nach den baulichen Verhältnissen des Hauses richten muß und dieses ihm vorher nicht mitgeteilt wurde. Das Ankippen der Fenster zum Zwecke der Lüftung ist eine „normale“ Lüftungsmöglichkeit (*). Daß diese Art der Lüftung bei den vorliegenden Verhältnissen (Wärmebrückenbildung) schädliche Auswirkungen hatte, kann dem Beklagten nicht angelastet werden.

Anm:: Der Leitsatz ist so nicht richtig. Es sei denn, in der gesamten Urteilsbegründung sind weitere Ausführungen enthalten. (vgl. insbesondere LG Hannover, Urteil vom 9. 11. 1983 – 11 S 292/83)

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