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Schimmelpilz: Fragen und Antworten
übernommen aus dem Bauherrenforum von DIMaGB.de (2001-2003)
und dann nach und nach ergänzt
Schimmelbefall nach Ablauf der Gewährleistung
Lüften eines Reihenhauses
Feuchtigkeit im Dachdeckenaufbau
Fensteranschluss & schadstoffarm/-frei bauen

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weiterführend: Gutachten zu Schimmel | Lösungen gegen Schimmel
  ■ Beratung & Hilfe  
 
 

 


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Schimmelpilz und Wasseraktivität

Ist es wirklich egal, welchen Dämmstoff man nimmt?
Schimmel im Keller
ften , Schimmelgefahr im Sommer


Schimmelbefall nach Ablauf der Gewährleistung

Frage: Sehr geehrter Hr. Bumann, ich habe 1994 eine Eigentumswohnung gekauft, die Ende des Jahres 94 auch fertiggestellt wurde. Alles machte wirklich einen guten Eindruck, leider musste ich mittlerweile umziehen und so ist die Wohnung seit einigen Jahren vermietet.

Leider ist nun Schimmelbefall aufgetreten. Ich habe erst einmal einen Sachverständigen eingeschaltet. Er kam zu dem Ergebniss das damals die DIN 4108 nicht eingehalten wurde, er kam auf 0,415 qm k/ W. Er schreibt aber auch das das sicher nicht das alleinige Übel sei.

Jetzt weiß ich nicht mehr weiter. Der Bauherr beruft sich auf die Abgelaufene Gewährleistung. Was soll ich nur tun, damit mein Eigentum nicht verrottet. Habe ich eine Chance auf Nachbesserung? Ist es nicht vielleicht sogar Betrug weil ich nicht bekommen habe was ich eigentlich bezahlt habe ?

Antwort: Hallo, Frau W., Ende 94 fertig gestellt, bedeutet, dass noch nicht mal die WSchV94 zutraf, weil die erst 1995 eingeführt wurde. In- sofern hat der Sachverständige Recht, wenn er auf die DIN 4108 verweist.  

Eine abgelaufene Gewährleistung kann nicht als Argument akzeptiert werden, weil ja der vertragliche Zustand von vornherein nicht hergestellt wurde. Die Leistung war und ist mangelbehaftet. Man kann über Vorsatz, Fahrlässigkeit oder Arglist philosophieren - dennoch ist mangelbehaftet nicht mangelfrei. Hier geht es nicht um eine Tür, die wackelt, sondern um einen schweren, wesentlichen Mangel.  

Betrug wird schwerlich nachweisbar sein, aber eine Verpflichtung zur Nachbesserung besteht allemal, zzgl. Schadenersatz. Das Problem besteht nur darin, alles durchzusetzen. Sie kommen nicht umhin, sich einen guten Anwalt zu nehmen. Das ist zwar wie ein 6er im Lotto, aber ich kann Ihnen nur jemanden aus Berlin verbürgt empfehlen.

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Lüften eines Reihenhauses

Frage 1: Wie soll man am besten ein Reihenhaus mit Dachgeschoß, Obergeschoß, Erdgeschoß und Keller lüften??? Der Keller hat eine ganz andere Temperatur und verschiedene relative Feuchtigkeit der Luft als die anderen Räume ! Der Bauträger meinte " Falsches Lüften verursachte den Schimmelpilzbefall im Keller und später die Ausbreitung im Haus." Danke schön für die Beratung für das richtige Lüftungsverhalten. M.

Antwort 1: Das kommt u. a. darauf an, wie Sie Ihren Keller nutzen und ob der ebenfalls von Außen gedämmt ist.
Der Keller ist kälter als die übrigen Räume und von daher sollte man den im Sommer nur Nachts lüften, damit die Feuchtigkeit auch tatsächlich herauskommt. Würden Sie den Tags lüften, würde die feuchtwarme Luft an den kühleren Kellerwänden vorbei streichen und ebenfalls abkühlen. Dann kann sie die Feuchtigkeit nicht mehr halten, Tauwasser fällt aus und Schimmel kann entstehen. Ansonsten im übrigen Gebäude Stoßlüften. (stefan ibold)

Frage 2: Vielen Danke für die Antwort. Im unseren Reihenhaus ist das Treppenhaus OFFEN. Ist es schlimm: wenn wir IM SOMMER im Erdgeschoß, im OG und im DG tagsüber lüften, kommt die feuchte, warme Luft INDIREKT in den Keller! Wie können wir das Problem lösen? Herzlichen Dank für die Antwort der dummen Frage. M.

Antwort 2: Wenn es keine Tür am Ende der Treppe gibt, muss man sich eben mit einem Folienvorhang behelfen, der ist einfach herzustellen und später kommt er wieder weg.

Frage 3: Vielen Dank für die Antwort. Lt. Baubeschreibung ist der Kellerflur (ca. 4 qm groß) direkt unter dem Treppenhaus gut isoliert. Die drei Kellerräume haben 3xeinfache Holztüre : Hausanschluss ca. 5 qm groß, Waschküche 15 qm groß, Hobbyraum ca. 25 qm groß. Die drei Kellerräume sind lt. Bauträger/lt Vertrag nicht gedämmt. Wir sind überfordert, wie man richtig IM SOMMER die Räume lüftet???
Vorgeschichte: Wir waren 14 Tage im letzten Sommer im Urlaub, haben nicht den Keller gelüftet und wurden von Eurotium spp. überrascht an den organischen Sachen von kleinen Sachen Lederarbeitshandschuhe und Textile-Einkauftaschen bis Ledersofa im Hobbyraum.
Der Bauträger meinte : FALSCHES LÜFTEN >>> SELBST SANIEREN !

Antwort 3: Es ist keine Neuigkeit, dass man im Sommer tagsüber die Fenster abdunkelt und zu lässt, damit keine Hitze (Strahlung, Luft) rein kommt. Abends werden die Fenster aufgerissen.
Das gilt auch für den Keller, denn wenn man man tagsüber die Kellerfenster offen lässt, passiert genau das, was Herr Ibold oben bereits beschrieben hat.
Wenn man 14 Tage lang die Fenster zu lässt, kann natürlich nichts abtrocknen, es stockt - ein idealer Nährboden für Schimmel.
Wenn man niemanden hat, der sich ums Lüften kümmert, gibt es einen einfachen Lüftungsautomaten: Hubspindel am Kippfenster mit Zeitsteuerung für auf und zu.

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Feuchtigkeit im Dachdeckenaufbau

Frage:
Guten Tag zusammen ! Ich brauche kurzfristig Hilfe von Euch ! Unser Haus wurde Anfang Dezember fertig gestellt, demnächst ist Bauabnahme. Das Haus ist unserer Meinung nach recht gut trocken. Nun haben wir das Problem, dass zwischen der Obergeschoss - Dämmung und den auf den Dachbalken verlegten OSB-Platten reichlich Feuchtigkeit entstanden ist, die zu Schimmelbildung übergeht.

Als Zimmerdecken wurden im Trockenbauverfahren Rigipsplatten angebracht, darüber die winddichte Folie und darüber die Glaswolle. Das Dach selber ist nicht isoliert, es ist nur mit Folie unter den Ziegeln bespannt. Regen oder Schnee dringen nicht ein und es kommt auch keine Feuchtigkeit durch die Decken.

Unser Bauleiter meinte zu dem Problem, dass die Feuchtigkeit auf die extremen Kälte zurückzufüren sei und man nun den Sommer abwarten solle, bis alles getrocknet ist. Das Problem solle sich so von selbst lösen...? Ist das wirklich so, oder haben die einfach geschlampt ?

Und kann man das Schimmlige Zeug einfach so unter den Platten lassen oder ist das gesundheitsgefärdent ? Und was passiert mit Dingen, die man auf dem Dachboden lagern würde ? Auf dem Dachboden selber ist nichts weiter zu sehen. Wer weiß einen guten Rat ???
Vielen Dank schon mal
M.f.G.  H. P.

Antwort 1: Schon einen Blower-Door-Test machen lassen, um festzustellen ob die gesetzlichen Luftdichtigkeitswerte eingehalten wurden?
Ein guter Tester wird auch weitere Fehlstellen nennen, auch wenn die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten sind.
Wenn keine feuchte Luft hinkommt dürfte auch nichts naß werden, denn kalte Luft ist naturgesetzlich besonders trocken. Warme Luft kann (nicht muß!!) feucht sein - und wenn sie aus einer Wohnung kommt ist sie es in der Regel auch. Nässe und Schimmel sind nur in Sonderfällen getrennt.
Im Sommer könnte zwar zeitweise die Nässe verschwinden (was genau zutrifft kann nur eine Ortsbesichtigung zeigen) - aber selbst wenn das eintritt kann es im Herbst wieder schimmeln. (J.E.)

Antwort 2: Eine Ferndiagnose ist immer vage. Aber fragen Sie sich selbst: wo kommt die Feuchte her? So, wie Sie es aufzählen, kann es nur von innen kommen. Dann kann es nur an der Dampfsperre liegen.

Im Übrigen aber kann es Ihnen Wurst sein, woran es liegt. Es liegt ein Mangel vor. Schimmel ist ein schwerwiegender Mangel, da die Sporen toxisch sind. Daraufhin können Sie sogar die Abnahme verweigern.

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Fensteranschluss & schadstoffarm/-frei bauen

Frage: Wir bauen aus gesundheitlichen Gründen ein schadstofffreies Holzständer- Haus das diffusionsoffen gehalten werden soll.( von außen nach innen: Weichfaser, 24mmHolzfasereinblasdämmung, 14mm Rauspund, Fermacell, Lehmputz). Nun möchte der Fensterbauer ein Kompriband einbauen. Meines Wissens ist dieses Material nicht baubiologisch unbedenklich. Darüber hinaus arbeitet das Fenster bekanntlich im Holzrahmen. Es wird mit Stopfhanf befestigt. Hier gibt es sicher große "Holzarbeit". Daher zwei Fragen:
1. Bleibt das Kompriband sicher mehr als als die vorgeschriebenen 25% seiner Dicke zusammengepresst, um nicht wie ein "Schwamm" zu wirken?
2. Gibt es eine Alternative?
3. oder sogar eine für diesen komplexen Fall sinnvolle Lösung??

Am Dienstag werden die Fenster eingebaut. Sie würden uns sehr mit einer baldigen Antwort helfen.
Mit freundlichen Grüssen, B.

Antwort 1: Was sagt denn Ihr Architekt dazu? Lassen Sie sich doch von dem beraten, am besten schriftlich, dann haftet er "ewig" für vielleicht entstehende böse Folgen.

Wer daran glaubt, dass Synthetikprodukte mehr als ein paar Jährchen irgendwas können, ist noch mehr auf dem Holzweg, als Ihre Holzschnipseln mit schimmelgefährlichen Lehmpampen. Oh, die Ökokrise!

Normalerweise verleistet man den Anschluss und stopft Hanf. Doch was bei Ihnen normal ist, kann ich nicht beurteilen. Warum eigentlich kein Bauschaum, wenn Sie schon auf Isofenstermüll (gar natur lasiert, oder?) - da gehe ich doch richtig, wat? setzen? Sparen Sie schon mal an auf das Austauschen der kondensierten Scheiben.

Tipp: Augen zu und durch! (Konrad Fischer)

Antwort 2: Die beschriebene Konstruktion ist sicherlich diffusionsoffen, der Wasserdampf dürfte kein Problem haben, sich in der Außenwandkonstruktion nach außen zu bewegen. Die Entstehung von Tauwasser sollte man für recht wahrscheinlich halten. Aber es gibt ja jemanden, der das so geplant hat.

Was ist "baubiologisch" und was ist "schadstofffrei"? Dazu fällt mir nur ein: so bauen, wie man vor langer Zeit 100e von Jahren lang gebaut hat bzw. bevor die Chemie Ihren "Siegeszug" begann. Heutzutage lässt man sich von blauen Engeln, Zertifikaten usw. usf. einlullen. Manchem reicht schon die Versicherung, dass kein blankes Zyankali aufgetragen wurde.

Ob es poplige Tischlerplatten sind oder sonst was: überall ist irgendwelcher Mist beigemischt. Formaldehyde, Weichmacher, Chlor ... Leider gelten viele Produkte als unbedenklich, wenn man nicht beim ersten Mal einatmen tot umfällt.

Man kann nach DIN bauen und man kann nach traditioneller Baukunst bauen, man muss sich nur entscheiden, was einem lieber ist.

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Schimmelpilz und Wasseraktivität

Frage 1: Schimmelpilzsporen können sich ab einem bestimmten Wert der Wasseraktivität z.B. 0,79% gut vermehren! Wie kann man die Wasseraktivität im Keller ausrechnen? Danke schön MS

Antwort 1: Die Wasseraktivität entspricht der relativen Luftfeuchte an der betrachteten Baustoffoberfläche. Sie ist (wie die relative Luftfeuchte) eine einheitenlose Zahl zwischen 0 und 1, bzw. in Prozent ausgedrückt eine Zahl zwischen 0% und 100%.

Mir ist keine Schimmelpilzspezies bekannt, die sich bei der von Ihnen angegebenen Wasseraktivität von 0,79% vermehrt. Sie meinen daher sehr wahrscheinlich 0,79 bzw. 79%, was dem unteren Wachstumsgrenzwert vieler Schimmelpilzspezies entspricht.

Sie können die Wasseraktivität am einfachsten bestimmen, indem Sie mit einem genauen temperaturkompensierten Luftfeuchtemessgerät (das allerdings über einen externen Feuchtesensor verfügen muss) die relative Luftfeuchte unmittelbar an der Baustoffoberfläche messen (Sensor auf Baustoffoberfläche auflegen, mit Folie und Klebeband dampfdicht abdecken, ein paar Minuten warten und Wert ablesen).

Eine andere Möglichkeit besteht darin, mit einem genauen Thermohygrometer die Lufttemperatur und die relative Luftfeuchte der Kellerluft zu messen, sowie mit einem Oberflächentemperaturfühler die Temperatur der betroffenen Baustoffoberfläche zu messen. Aus diesen drei Werten errechnen Sie dann die Wasseraktivität (= relative Luftfeuchte) an der Baustoffoberfläche. Dazu können Sie z.B. Formel A.6 oder Tabelle A.2 aus DIN 4108-3 (Ausg. Juli 2001) verwenden.

Beispiel mit Werten der Tabelle A.2:
Lufttemperatur 12°C, relative Luftfeuchte 70%, Oberflächentemperatur 8°C
Der Sättigungsdampfdruck der Kellerluft bei 12°C beträgt 1403 Pa. Bei 70% relativer Luftfeuchte beträgt der Partialdampfdruck der Kellerluft 70% ihres Sättigungsdampfdrucks, hier also 0,70 x 1403 = 982,1 Pa.
An der betrachteten Baustoffoberfläche herrscht eine Temperatur von 8°C, was bedeutet, dass dort der Sättigungsdampfdruck 1073 Pa nicht überschreiten kann. Das Verhältnis von vorhandenem Partialdampfdruck der Kellerluft zu maximal möglichem Sättigungsdampfdruck an der Baustoffoberfläche entspricht der gesuchten Wasseraktivität an der betrachteten Stelle, hier also 982,1/1073 = 0,915 bzw. 91,5%. Bei diesen Randbedingungen wächst nahezu jede Schimmelpilzspezies. Als Nährstoff reicht u.U. der Staub, der sich stets in der Luft befindet (Aeroplankton!).
(anonym)

Frage 2: Können die Schimmelpilzsporen im Keller im Winter bei der Temperatur 12 -14 °C und bei der relativen Feuchtigkeit von 70 % ohne Nährstoffangebote trotz regelmäßiger Kellerlüftung wachsen?

Antwort 2: Moin, die Parameter stimmen, aber weshalb meinen Sie, es wäre kein Nährboden vorhanden?
M. f. G. stefan ibold

Frage 3: Im letzten Sommer nach dem Urlaub, hatten wie im Keller unseres Reihenhauses (Neubau und 2 Jahre alt) Schimmelpilze Eurotium spp.an Leder-,Holz-und Textilgegenständen. Der Bauträger meinte, das Haus sei 14 Tage nicht gelüftet. Da eine Kellerecke messbar feucht war, wurde es vom Bauträger von außen abgedichtet. Wir sanierten den Keller und entsorgten geeignete Nährstoffe aus dem Keller.

Welche relative Luftfeuchtigkeit können wir im Keller im Winter und im Sommer tolerieren, damit die Sporen nicht erneut wachsen? Können wir im Sommer sorglos in den Urlaub fahren, wenn wir in den 3 Kellerräumen die rel. Feuchtigkeit mit Hilfe von 3 Luftentfeuchter konstant auf 65 % halten ?

Vielen Dank für die Beratung MS

Antwort 3: An der kältesten Stelle im Keller darf die Wasseraktivität 0,80 bzw. 80% nicht überschreiten (sicherheitshalber 70..75%, da es einige seltene xerophile Schimmelpilzspezies gibt, die auch unterhalb von 80% noch wachsen).

Das bedeutet, dass die Luftentfeuchter auf einen Sollwert einzustellen sind, der vorher anhand der kältesten Oberflächentemperaturen errechnet werden muss (vgl. mein Rechenbeispiel zur Wasseraktivität).
(anonym)

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Ist es wirklich egal, welchen Dämmstoff man nimmt?

Frage: Ich meine wirklich, dass Zellulose oder Holzfaserplatten ökologischer sind. Lt. Bauratgeber Ökotest ist nix Giftiges drin, im Gegensatz zu Styropor und Mineralwolle.
Aber ist es denn wirklich egal, welchen Dämmstoff man nimmt? Ist da nur meine Ökologische Einstellung wichtig? Kann doch nicht sein.... Styropor ist billig aber giftig und bringt Schimmel? Und warum nimmt es trotzdem jeder?
Ich finde es alles in allem doch sehr schwer konkrete, unabhängige Aussagen zu finden.
viele Grüße
B.

Antwort 1: Schimmel benötig 3 Dinge. Temperatur, Feuchtigkeit und Nährboden (Biologische Masse)
(Schwarze)

Antwort 2: Baue ich die "richtige" Dämmung ein, bekommt er schon mal Temperatur und Feuchte, Nährstoffe sind oft löslich vorhanden, also keine Not für den Schimmel.
Preisfrage: was ist "ökologisch"? Und welcher Dämmstoff ist "ökologischer" als ein anderer?

Vielleicht sollten Bauherren ganz einfach auf die WIRTSCHAFTLICHKEIT achten und die Materialeigenschaften beleuchten. Es ist immer die Summe aller Eigenschaften und man kann immer nur optimieren. Dazu muss man Prioritäten setzen.

Prioritäten:
V1 Preis: also nimmt man Styro
V2 das Gewissen: also nimmt man Flachs
V3 Hitzeschutz: also nimmt man "schwere" Dämmstoffe (TAV!)
V4 Glaube: also nimmt man 30 cm MiWo.

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Schimmel im Keller

Guten Tag

Wir haben dasselbe Phänomen wie unter folgendem Link beschreiben.
http://www.schimmelpilz-sanieren.de/info/gut/gut03.htm

Unten auf der Seite steht "Auflösung folgt", wurde aber leider nie hinzugefügt. Würde mich sehr interessieren ob es sich dabei wirklich um einen Schimmel gehandelt hat und wäre dankbar für eine kurze Antwort.

Freundliche Grüsse
L. W.
18.11.2010

Sehr geehrter Herr W.,
 
das sind Kristallgebilde auf Mineralbasis.
Der Zementputz auf der Oberfläche hat die Feuchte aus der Wand gezogen und dabei gelöste Salze transportiert.
Die wachsen dann als Kristallstöcke nach außen.
 
Mit freundlichen Grüßen
M. Bumann
 
Die Haus-Klinik ®
Matthias G. Bumann
Dipl.-Ing. , Bausachverständiger
19.11.2010

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Lüften , Schimmelgefahr im Sommer

SR:
Sehr geehrter Herr Bumann,
zunächst einmal Glückwunsch zu dieser tollen Seite. Die visuelle wie auch fachliche Aufbereitung von Informationen in einem solchem Umfang finde ich großartig. Ich konnte viele Erkenntnisse für mich gewinnen.

Ich wohne auch in Berlin und da haben wir ja die letzten Tage teilweise tropische Bedingungen. Da die Feuchtigkeit draußen die Tage kaum gefallen sind es in unserer Wohnung mittlerweile um die 65 % Luftfeuchtigkeit, die ich kaum durch Lüften gesenkt bekomme. Haben Sie einen kurzen Tipp, was man bei solchen Verhältnissen machen kann, also hohe Luftfeuchtigkeit bei warmen Außentemperaturen? Oder ist die Gefahr der Schimmelbildung im Sommer nicht so hoch, da ja auch die Innen-/Wandtemperaturen hoch sind?

MB:
Sehr geehrter Herr R., alles ist eine Frage der relativen Luftfeuchte und der Temperatur. Mit diesen Werten gehen Sie in die Taupunkttabelle hinein und lesen die Taupunkttemperatur ab.
65% rel. LF ist nicht wirklich viel und Ober- Flächentemperaturen unter 17°C treten eher selten auf. Alle Bauteile sind mit der Zeit gleichmäßig durchgewärmt. Im Keller gibt es hingegen schon "kühle" Flächen. Deshalb soll man tagsüber im Sommer die Kellerfenster geschlossen halten. Sie haben also Recht: die Gefahr der Schimmelbildung ist im Sommer nicht so hoch, da ja auch die Innen- / Wandtemperaturen hoch sind. Ab Oktober beginnt dann wieder die Pilzsaison, auch in Berlin.

Taupunkttemperatur, Taupunkttabelle

SR:
Besteht denn die Gefahr der Schimmelbildung stets tatsächlich nur, wenn sich auf Grund kalter Flächen Wasser niederschlägt? Was ist, wenn man über lange Zeiträume, beispielsweise Tage oder Wochen relative hohe Feuchten hat und mit den kältesten Flächen nur 2 - 3 °C weg vom Taupunkt ist? Wände, Schränke, Wäsche etc. nimmt ja doch einiges an Feuchtigkeit auf. Bei uns in der Familie gibt es eine gewisse Paranoia die ich mit den Fakten von Ihrer Homepage nicht zu lindern vermag.

MB:
Die Taupunkttabelle sagt, ab wann Tauwasser entsteht. Dauerfeuchte ist natürlich auch eine gute Grundlage Für Schimmelentstehung. Dem Schimmel ist es doch egal, ob es Tauwasser ist oder die Feuchte von einem Rohrbruch (oder oder) kommt. Möbel nehmen Feuchte auf, aber nicht mehr als die Ausgleichsfeuchte, die mit der Luftfeuchte korrespondiert.

Zur Frage: „Was ist, wenn man über lange Zeiträume, beispielsweise Tage oder Wochen relative hohe Feuchten hat und mit den kältesten Flächen nur 2 - 3 °C weg vom Taupunkt ist?“ - Da ist nichts, entweder geht die Oberflächentemperatur unter den Taupunkt oder nicht, deshalb ist es ja ein Grenzwert.

04.08.2011

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